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Das Leben selbst wird digital: eine neue Sicht auf die digitale Welt

Von José María Álvarez-Pallete López, Vorstandsvorsitzender, Telefónica S.A.

Das Leben selbst wird digital und Technologie hat sich zu einem wesentlichen Teil des Menschseins entwickelt. Weltweit haben tatsächlich mehr Menschen Zugang zu einem Smartphone als zu fließendem Wasser, und das ist ein Phänomen an sich. Ob Sie nun selbst ein solches Gerät besitzen oder nicht: Mobile Technologie ist inzwischen allgegenwärtig. Die Digitalisierung bringt weltweit Gesundheitsdienstleistungen und Forschungseinrichtungen voran, liefert Energie für die Versorgungsinfrastruktur, unterstützt Bildungssysteme, revolutioniert unsere Geschäftsmethoden und trägt wesentlich dazu bei, dass die Menschheit über alle Grenzen hinweg kommunizieren kann.

Es ist verblüffend, welche enormen Vorteile die Technologie der Welt in so kurzer Zeit gebracht hat. Niemals zuvor haben wir einen derartigen Fortschritt beobachten können, der die ganze Welt durchdringt und enorme Veränderungen hervorbringt. Daher sollten allen Menschen die technologischen Möglichkeiten offenstehen. Dafür setzt sich Telefónica seit Jahren auf der ganzen Welt ein. Wir möchten dabei helfen, die Zugangsbarrieren zu überwinden, sodass Menschen die Gelegenheit ergreifen können, ihr Leben mit digitaler Technologie zu bereichern – und zwar auf sichere, verantwortungsvolle und offene Art und Weise.

Was sich außerdem schlicht nicht ignorieren lässt, sind die grundlegenden wirtschaftlichen Errungenschaften dank digitaler Technologie. Die Anwendung digitaler Technologien trägt zu ganzen 10 % des BIP in den weltweit am höchsten digital entwickelten Ländern bei. Das beweist, wie viel Kraft und Potenzial in der digitalen Revolution steckt, in der wir leben. Es spricht für sich, dass in den nächsten Jahren eine erhebliche Steigerung dieses Beitrags rund um den Globus zu erwarten ist.  Wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass Regierungen, Ökonomen, politische Entscheidungsträger und Beteiligte bei der Entwicklung digitaler Innovationen ein ausgefeilteres Messinstrument für den relativen Erfolg der digitalen Wirtschaft benötigen, damit die Chancen vollständig zugunsten der Weltwirtschaft und des Lebens der Weltbürger ausgenutzt werden. Ohne ein solches Ziel, auf das wir alle hinarbeiten können, fehlen auch die klaren Leitlinien für Prioritäten bei den Investitionen.

Da auch wir uns engagiert an der globalen digitalen Wirtschaft beteiligen, hat Telefónica kürzlich die Entwicklung des umfassendsten globalen Index des digitalen Lebens unterstützt, der jemals erarbeitet wurde. Der von weltweit führenden Wissenschaftlern der Imperial College Business School in London, der George Mason Universität und der Universität von Pécs entwickelte Index soll ein Gesamtbild des digitalen Lebens rund um den Globus ergeben. Die auf großen Mengen öffentlicher Daten verschiedenster Quellen beruhende Index-Formel dient als Bewertungsgrundlage für jede beliebige digitale Wirtschaft der Welt.  Auf diese Weise haben wir eine Rangliste von 34 Ländern der Welt erstellen können, die die Stärke ihres digitalen Lebens im Verhältnis zum Pro-Kopf-BIP widerspiegelt.

Die Bandbreite der durch den Index gelieferten Erkenntnisse war zugleich vielversprechend und spannend. Anstatt nur den Zugang zu Technologien zu messen, berücksichtigt dieser Index erstmalig auch die Harmonisierung sozioökonomischer Faktoren, die die digitale Wirtschaft vorantreiben. Diese Faktoren sind in drei Kategorien unterteilt: Offenheit, Vertrauen und Unternehmertum. Nur wenn wir diese drei Faktoren und die Vielzahl der ihnen zugrunde liegenden Daten miteinbeziehen, können wir uns ein Bild davon machen, wo die Stärken und Engpässe in jeder Region liegen.

Offene Betriebssysteme, digitale Fertigkeiten, Vertrauen, Gesetze und Innovationsfähigkeit tragen zum Wert des digitalen Lebens und damit wiederum zur Stärke einer digitalen Wirtschaft bei. Der Index hat gezeigt, dass die USA und die europäischen Länder in vielen Bereichen große Stärken zeigen, die lateinamerikanische Länder wegen ihres Unternehmertums allerdings besonders hoch rangieren. In der Tat liegen Kolumbien und Chile gemessen an ihrem BIP pro Kopf unter den besten acht Ländern. Damit übertreffen sie auch Länder, die oft als digital höher entwickelt wahrgenommen werden.

Wir haben für jedes indizierte Land klare und konstruktive Empfehlungen für politische Maßnahmen ausgearbeitet, damit ihnen bessere Informationen zur Verfügung stehen, um die richtigen Prioritäten bei Investitionen und digitaler Entwicklung zu setzen.

Im digitalen Ökosystem übernimmt Telefónica die Rolle des Vermittlers, wodurch die Menschen eine ganze Welt der unbegrenzten Möglichkeiten auskosten können. Das tun wir unter dem Motto „Integrität, Engagement und Vertrauen“ sowie gemäß klarer Ethik- und Nachhaltigkeitsgrundsätze. Wir brauchen eine vorausschauende, faire öffentliche Politik und eine bessere Kooperation zwischen allen Interessengruppen, sowohl öffentlich als auch privat, um das volle Potenzial der globalen digitalen Wirtschaft ausschöpfen zu können. Wir hoffen, dass der Telefónica-Index des digitalen Lebens einen wertvollen Beitrag dazu leistet, entscheidende Erkenntnisse zu liefern, damit die globalen Volkswirtschaften Kapital aus den Möglichkeiten schlagen können, die die digitale Technologie den Menschen weltweit bietet.

Wir freuen uns darauf, die Möglichkeiten zur Verbesserung des digitalen Lebens für alle aktiv zu diskutieren, denn schließlich wird das Leben selbst digital.

#MyDigitalLife